Verschwundene Flüchtlingskinder

Daniel Oetzel, sportpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, fragte den Senat vor dem folgenden Hintergrund: 18.02.2016

Europol berichtete von mindestens 10.000 allein reisenden Flüchtlingskin- dern, die innerhalb Europas verschwunden seien, also auch in anderen europäischen Ländern nicht auffindbar sind. Medienberichten zufolge gibt es Hinweise auf sexuelle Ausbeutung und Versklavung allein reisender Flücht- lingskinder. Des Weiteren wird über den Aufbau krimineller Infrastrukturen des Kinderhandels durch Schlepperbanden berichtet. Aus Drs. 21/3174 geht hervor, dass der LEB nur eine Statistik darüber führt, wie viele unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mit unbekanntem Ziel aus der Inobhutnahme „entweichen“. Ferner geht aus der Antwort auf diese Schriftliche Kleine Anfrage hervor, dass der Senat annähme, dass in vielen Fällen Hamburg nicht das Fluchtziel sei und die entwichenen Flüchtlingskin- der weiterreisten. Eine Vermisstenanzeige bei der Polizei erfolge nur nach Einzelfallentscheidung. Allein im Jahr 2015 sind 841 Fälle von entwichenen Flüchtlingskindern bei insgesamt 2.574 in Obhut genommenen minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen durch den LEB erfasst worden. Damit ist ein Drittel aller allein reisenden, von städtischen Behörden in Obhut genommenen Flüchtlingskin- der im Jahr 2015 aus Hamburg verschwunden.

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