Qualitt, Effizienz und Verbindlichkeit von Integrationskursen verbes- sern

Daniel Oetzel, Sprecher für Wissenschaft, Familie und Sport der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, beantragte: 13.02.2019

In Hamburg leben aktuell rund 55 000 Geflchtete. Ihre gesellschaftliche, kulturelle und wirtschaftliche Teilhabe wird in Integrationskursen gefrdert, die der Bund seit 2005 anbietet. Der zweiteilige Ansatz eines Integrationskurses umfasst aktuell 600 Schulstunden Deutsch-Sprachkurs sowie einen Orientierungskurs. Der Kurs soll Men- schen die Grundzge unserer Sprache, Rechtsordnung, Kultur und Geschichte vermit- teln. Qualitt, Effizienz und Verbindlichkeit der Integrationskurse sind deshalb zentral fr eine erfolgreiche Eingliederung in unsere Gesellschaft. Rund die Hlfte aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer schliet den Integrationskurs aktuell nicht erfolgreich ab.1 Sie bestehen meist die Deutschprfung nicht. Die Erfolgsbilanz der Integrationskurse ist angesichts ihrer Bedeutung fr eine gelingende Integration daher dringend zu verbessern. Wer Probleme lsen will, muss diese erkennen, benennen und Anstze zur Verbesse- rung aufzeigen. Deshalb ist es essenziell, die Mitwirkung beim Spracherwerb strker einzufordern, das Konzept der Integrationskurse zu verbessern und sie verbindlicher zu machen. Fr den Spracherwerb mssen einerseits zustzliche Anreize gesetzt werden und Hilfestellungen ausgebaut und andererseits Sanktionsmglichkeiten auch konsequent genutzt werden. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist der ent- scheidende Schlssel zum An- und Weiterkommen. Gleichzeitig ist es die Vorausset- zung, um unsere Rechtsordnung, Kultur, Geschichte und unsere Werte zu verstehen und zu verinnerlichen. Trgern soll die Mglichkeit erffnet werden, Integrationskurse mit zehn anstatt bisher 14 Mindestteilnehmern starten zu knnen. Die Hchstteilnehmerzahl wollen wir gleichzeitig von derzeit 25 auf maximal 22 Personen reduzieren. Integrationskurse sollen auerdem in verschiedenen Qualifikationsklassen angeboten werden. Im Sinne eines bedarfsorientierten und folgerichtig nach Qualifikationsklassen differenzierenden Integrationskursansatzes soll fr Anspruchsberechtigte ohne Schulabschluss oder Berufsausbildung die Stundenzahl der Sprachkurse auf 900 Schulstunden erhht werden. Darber hinaus sind spezifische Angebote zur Alphabetisierung auszuweiten fr diejenigen Menschen, die keine ausreichenden Kenntnisse der lateinischen Schrift besitzen. Gleichzeitig sollen die Erfolgschancen von Frauen verbessert werden. Dies gelingt, indem wir Mttern die Mglichkeiten der Kinderbetreuung whrend der Kurse aufzei- gen und eine Verknpfung der Angebote vorantreiben. Wir bentigen zudem ein aus- reichendes Angebot von Sprachkursen, deren Besuch auch neben einer Einstiegs- qualifizierung (zur Vorbereitung einer Ausbildung), einer Ausbildung oder einer Beschftigung mglich ist.

Download des Antrags
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